Die Sucht, seinen Senf dazuzugeben oder ich habe recht!

Es scheint ein menschliches Grundbedürfnis zu sein, das Recht haben.

 

Ich bin öfter mal in verschiedenen Foren des Internets unterwegs und verfolge Diskussionen zu Themen, die mich interessieren.

 


Wie es sich gehört, lese ich erst einmal eine Weile mit, um die Stimmung in dem Forum und die Leute ein wenig kennen zulernen und  um dann eventuell etwas zum Thema beisteuern zu können.

 

Aber was ich immer wieder feststelle ist, dass es ganz oft einige wenige Leute sind, die diese Foren dominieren und die sich auch unter einander antworten, meist mit dem Ansinnen Recht zu haben. Das finde ich anstrengend.

 

Profilneurotiker waren mir schon immer ein Graus. Ganz fürchterlich wird es, wenn man für seine Meinung so von oben herab abgestraft wird. So etwa wie, "das hatten wir hier schon in einem anderen thread oder das steht in den FAQs". Damit ist eine Zusammenstellung der am meisten, (immer wieder) gestellten Fragen.

 

Eine andere Geschichte ist das Kommentieren auf Webseiten, wenn man meint, den oder die Betreiber abstrafen zu müssen, weil deren Meinung nicht in das eigene Weltbild passt.Ganz schnell wird da etwas unterstellt, weil man ja recht haben muss.

 

Uninformierten Menschen macht Unbekanntes oder Neues eben  zu schaffen und dann fehlt es manchmal an Weisheit und Toleranz um zu erkennen, dass es nicht nur eine einzige Wahrheit gibt, sondern viele und dass die alle ganz gut nebeneinander existieren können.

 

Würde sich das im großen Maßstab mal rumsprechen, wäre das Miteinander viel friedlicher, im Großen wie im Kleinen.

 

Dann wäre das Rechthabenmüssen von gestern und das wäre auch gut so!

 

Damit bin ich sehr einverstanden und deshalb gucke ich jetzt mal bei mir genauer hin, wo ich denn immer Recht haben muss. Denn Veränderung beginnt immer in mir selbst.

 

In diesem Sinne, wo müssen Sie immer Recht haben?

 

 

Kommentare: 5 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Horst Schwamann (Montag, 14 Juli 2014 22:45)

    Guten Abend,

    ihren Beitrag habe ich aus einer Telefonzelle verfolgt. In der Tat gibt es einige Zeitgenossen, welche der Meinung sind stets Recht auf Recht haben zu haben bzw. zu müssen.
    Das Grundgesetz bietet zumindest keine Rechtsgrundlage für solch eine stringente Annahme.
    Nun bin ich mir sicher hier Recht zu haben, wenn ich Sie auf die Meinungsfreiheit des Individuums hinweise.
    Jeder hat das Recht Recht zu haben. Nun, habe ich Recht?

  • #2

    Werner Schwamann (Montag, 14 Juli 2014 22:50)

    ...im übrigen hat auch ein jeder/jede Recht auf Senfzugabe. Egal zu welchem Thema und auf welcher Kompetenzstufe der- bzw. diejenige sich befinden tut.
    Oder sehe ich im Hinblick auf die Europäischen Gesetzgeber hier etwas falsch? Ich glaube nicht! Recht geht vor rechnen.

  • #3

    Werner Schwamann (Montag, 14 Juli 2014 22:58)

    ...eins noch.
    Manch einer meint mit seinem kompetenten Aussagen sich in irgendeiner Form von den Rechthabern abzugrenzen. Dies haben bereits einige renommierte Studien widerlegt. Demnach gibt jeder abgegebene Kommentar einen Eintrag im Senfabgaberegister. Egal ob es sich um Abgabe in Form eines verlangten, erpressten oder anderweitig abgegebenen Senfes handelt.
    Dies sollte in jedem FAQ Bereich einsehbar sein.

    Ich denke: Recht haben fängt beim Recht sprechen an.
    Ich habe Recht, und keiner kann mir dies nehmen.

  • #4

    Barbara Steldinger (Dienstag, 15 Juli 2014 10:01)

    Hallo Herr Schwamann,
    eine interessante Sichtweise :-). Ich hatte das recht haben aber gar nicht im Zusammenhang mit der Rechtsprechung und Gesetzen gemeint. Mir geht es in meinem Blogartikel lediglich darum, dass ich mir mehr Toleranz und Weisheit im Umgang miteinander statt Rechthaberei wünsche. Ich denke, da liegen wir auf einer Wellenlänge.
    Was mich jetzt nur irritiert. Wie haben Sie diesen Artikel in einer Telefonzelle verfolgt? Er steht in meinem Blog zum lesen...Ich bitte um Aufklärung :-).

  • #5

    Ursel Schwamann (Donnerstag, 17 Juli 2014 16:03)

    Guten Tag Frau Steldinger,

    an der Stelle muss ich mich hier auch mit hineinängen. Nachdem nun mein Gatte und mein Sohn ihre geistreichen Kommentare hier hinterlassen haben.

    Mit grosser Bestürzung habe ich die Offenbarung meines Ehemannes zur Kenntnis genommen. Seit Jahren verschweigen wir seine Tätigkeit, und die unseres Sohnes, bei einem großen regionalen Service. Da er seine Überwachung aus der sogenannten 'Telefonzelle' aus betreibt nutzt er den Begriff zur Umschreibung seiner Aktivitäten.
    Hier geht es ganz klar um seinen Senf, den der Hallodri ständig dazugeben muss. Das nervt mich und unsere Nachbarn auch.
    Er bestreitet dies, ändert aber nichts daran obwohl er ein Versprechen abgegeben hat.
    Ich fühle mich sehr wertlos und bin sehr wütend. Vor allem weil er glaubt immer Recht zu haben.

    Mit Ihnen gehe ich da auch überein,
    Toleranz und Weisheit subd sehr wichtig.

    Frohe Stunden.