Alles hat seine Zeit

Alles hat seine Zeit. So wie die Jahreszeiten wechseln, verändern auch wir uns. Betrachten Sie doch mal alte Fotos von sich selbst. Da kann man sich köstlich darüber amüsieren, was wir mal schick fanden.

 

Der Geschmack hat sich verändert und oft auch die ganze Persönlichkeit. Viele Ansichten haben wir längst revidieren müssen, neue Erkenntnisse sind dazu gekommen. 

Und so werden nicht nur der Kleiderschrank und der Keller entrümpelt. Auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen ist ab und an Trennung angesagt. Manche Freundschaften haben sich längst überholt. Eigentlich hat man sich nichts mehr zu sagen. Die Interessen haben sich verschieden entwickelt und die Gespräche kreisen immer um die selben Themen, beschwören die gemeinsamen Erinnerungen herauf.


Spätestens wenn man das Gefühl hat, Besuche verkommen zur Pflicht, sollte man genau hinschauen und sich lieber verabschieden. Sonst läuft man Gefahr, ausser der Zeit auch noch ganz viel seiner Energie zu verlieren. Es ist anstrengend etwas aushalten zu müssen, wo man eigentlich viel lieber gehen würde.


Alles, wozu wir uns zwingen müssen, ist schlecht. Es kostet Energie, sich anpassen und verbiegen zu müssen. Von vergeudeter Lebenszeit ganz zu schweigen.

 

Ich staune immer wieder, wieviel mehr Energie ich habe, seit ich nicht mehr als Angestellte sinnlose Teamsitzungen absitzen und nervige Berichte und Statistiken abliefern muss, die sowieso nur irgendwelche Bürokraten abgeheftet haben. 

Das wiegt für mich alle Unsicherheiten einer selbständigen Existenz auf. Ganz ehrlich.


 

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