Noch mal zum Thema Zeit

Das Thema Zeit ist momentan so präsent, dass es mir an allen Ecken und Enden immer wieder begegnet, nicht zuletzt bei meinen Klienten.

 

Alle fühlen sich gehetzt, aber wer hetzt sie? Alle haben scheinbar keine Zeit, Pausen zu machen, sich zu erholen. Wer verbietet es ihnen? Alle haben zu wenig Zeit für die schönen Dinge des Lebens, aber wer stiehlt die Zeit?

 

Manchmal fallen mir dann aus Michaels Endes "Momo" die grauen Herren der Zeit ein, die den Menschen ihre Lebenszeit stehlen und horten. Aber das ist nur ein Märchen...zum Glück.

 

Wohin haben wir es eigentlich so eilig? Wenn wir uns so beeilen, streben wir dann umso schneller an das Ende unseres Lebens? Auf diese Frage kommt oft die Antwort "na, das kann ja nicht sein, die Zeit ist doch für alle gleich". Aha, und wieso reicht sie uns dann nicht?

 

Es gibt ja Zeitmanagement und sogar einen "Zeitmanagementpapst", Lothar Seiwert. Hat der eigentlich immer genug Zeit?

 

Ich denke, es liegt nicht daran, dass wir zuwenig Zeit haben. Wir haben nur zu viele Möglichkeiten. Das verleitet uns dazu, einfach zuviel reinzupacken in die täglichen 24 Stunden.

 

Meine Überzeugung ist es auch, dass wir Zeit überhaupt gar nicht managen können. Wir können nur uns selbst organisieren und dazu gehört es, zu unterscheiden, ob ich agieren oder reagieren will. Lasse ich mich hetzen oder entscheide ich, wann und wie ich etwas tue?


Die ganzen schönen Zeitplaner sind letztlich nur die Krücken, die das Gedächtnis entlasten können. Das Problem lösen sie nicht. Das kann nur jeder für sich selbst, indem er sich die Fragen von oben immer wieder stellt und für sich beantwortet.

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