Wozu ist der November gut?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute war einer dieser seltenen Tage, an denen ich richtig vollgefüllt bin mit frischer Luft und zufrieden mit mir und der Welt. Es begann mit einem Blick aus dem Fenster am Morgen.

 

Eigentlich war das Wetter früh eher mäßig. Ein bißchen grießgrämig und verschlafen sah es aus. Jedenfalls sah es von drinnen so aus. Egal, ich hatte mir vorgenommen, den Garten nun endlich winterfest zu machen. Einige Rosen umzupflanzen und die neugekaufte Schneeheide (eine bunte winterfeste Sorte Heidekraut oder auch Erika) wollte auch eingepflanzt werden.

 

Also habe ich geharkt, geräumt, Löcher gebuddelt, Wasser geschleppt und gepflanzt. Und so mittendrin wurde mir plötzlich bewusst, dass ich voll im Augenblick, im JETZT  war und dass schon eine ganze Weile. Ich hatte mich auf das Pflanzen, das Wühlen in der Erde konzentriert und mein Kopf hatte Sendepause. Obwohl ich da im Nieselregen stand und meine letzten Zwiebelchen in die feuchte Erde versenkte, war es wunderbares Verbundensein mit der Natur. Ich war mir sehr bewusst, ein Teil von ihr zu sein. Das nennt man auch erden. Ja, ich war geerdet. Nieselregen war unwichtig, die Luft war so schön klar. Und ich freute mich schon auf das nächste Frühjahr, wenn die Zwiebelchen ihre Spitzen aus der Erde schieben werden. Was für ein Wunder.

 

Und jetzt, wo ich hier schreibe, fühle ich dieses Gefühl des Einssein mit der Natur immernoch. Der November ist ohnehin der Monat der Innenschau und des Rückzugs zu sich selbst. Dazu muss man keine Riesenaktion starten um in sich reinzufühlen. Manchmal reicht schon so ein intensiver Moment wie meine Gartenarbeit im Nieselregen, um zu fühlen, ob man eigentlich bei sich ist. Ob es mir gut geht mit mir. Ob ich auf dem richtigen Weg bin oder auf Nebenschauplätzen kämpfe.

 

Das ist ein Akt des Fühlens weniger der Analyse. Nutzen Sie auch besonders die grauen Nieselwettertage um in der Natur zu sein. Es gibt keine bessere Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen.

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