Ja, aber- das Mantra der Jammerer

Viele Menschen würden gerne etwas an ihrem Leben ändern, Sie haben Träume, die sie nicht angehen und leiden oft richtig unter unerfüllten Wünschen. Sie spüren, dass ihnen etwas fehlt.

 

Beispielsweise tanzen lernen, eine Fremdsprache lernen, eine ungute Beziehung endlich lösen, Nein sagen, alleine verreisen, sich etwas Schönes leisten usw. Wenn sie darüber sprechen, kann man die Sehnsucht direkt fühlen, die in ihren Worten mitschwingt.

 

Doch leider folgt dann fast im gleichen Atemzug das "Mantra der Jammerer: Ja, aber ...-"

 

-"Das geht ja nicht,weil...!

-"Ich würde gerne, aber..."

-"Wenn ich xyz hätte/könnte/wäre/würde..."

 

Die Formulierungen sind manchmal unterschiedlich, doch läuft es immer auf das "Ja, aber" hinaus.

Und diese Aber- und Weil-Gründe haben viele Gesichter. Es kann heißen, weil ich zu alt bin, weil er das nicht verstehen würde, weil ich da eh keine Chance habe, weil ich dann alleine dastehe, weil ich zu untalentiert bin usw.

 

Ja-Aber-Menschen haben sich daran gewöhnt, dass etwas aus ihrer Sicht nicht geht, sie haben sich eingerichtet und spüren manchmal unendliche Angst davor, wirklich etwas anzugehen und zu verändern. Sie finden als Rechtfertigung für sich selbst logisch klingende, überzeugende Gründe dafür, dass es eben nicht geht.

 

Verantwortlich sind unbewusste Muster und Programme, die als Kind einmal erlernt wurden und die bis heute machtvoll wirken. Glaubenssätze sind Überzeugungen, die man einmal erworben hat und die nicht mehr hinterfragt werden, ob sie wirklich wahr sind. (Glaubenssätze)

 

Eigentlich dienten sie ursprünglich zum Schutz. Der ist schon lange nicht mehr notwendig, Entwicklung wäre längst möglich. Die Glaubenssätze, wirken aber trotzdem weiter (meist unbemerkt im Unterbewusstsein), wenn wir sie nicht korrigieren.

 

In meinen Coachings frage ich in solchen Fällen einfach weiter. Denn die scheinbar plausiblen Gründe, die der Verstand erfindet, um Veränderung zu verhindern, scheinen endlos zu sein. Darum frage ich auf eine Weise, die das Gefühl hervorlockt.

 

 

Was an der Idee liebst du denn am meisten?

 

Das umgeht den Verstand und ruft die Gefühle auf den Plan.

Und manchmal ergibt sich eine ganz unverhoffte Lösung. Wie bei der Dame, die so gerne Dressurreiterin werden wollte, sich dafür viel zu alt und zu schwer fand. Auf die Frage, was sie denn daran am meisten liebe, kam etwas Erstaunliches heraus.

 

Es war gar nicht das Dressurreiten. Sie mag einfach die innige Verbundenheit von Mensch und Tier und die Atmosphäre mit Pferden. Dazu muß sie nicht Dressur reiten. Jetzt hat sie sich bei einem Pferdehof angemeldet und hilft dort mit, die Pferde zu bewegen. Natürlich hat sie auch ein Lieblingspferd, mit dem sie sich sehr gut versteht.

 

Hier ging es also nicht um bewundert werden oder um Wettkampf und siegen, sondern um ein ganz anderes Gefühl. Das Gefühl des Verstandenseins und der Verbundenheit. Und das kann sie auf diese Weise bekommen, gänzlich unabhängig von Alter und Gewicht.

 

Es war wichtig, dass meine Kundin bei meiner Frage ins Gefühl kam. Hätte sie länger darüber nachgegrübelt, wären wahrscheinlich ganz andere Antworten gekommen. Vielleicht hätte sie gemeint, dass sie auch einmal auf dem Siegertreppchen würde stehen wollen oder als Siegerin bewundert werden.

 

Der Verstand hätte ihr solche Antworten vorgeschlagen. Dadurch dass sie aber ind Gefühl ging, kamen die wirklichen Gründe für ihre Idee hervor. Und dann konnte sich auch eine gangbare Lösung für sie zeigen. Es ist immer wichtig, auf die Lösung zu schauen und nicht bei den Gründen hängenzubleiben, warum es scheinbar nicht geht.

 

Wenn Sie also einen Traum haben und diesen Traum immer wieder mit " Aber, es geht nicht, weil" wegschieben, dann fragen sie sich, was Sie denn am meisten daran lieben. Achten Sie auf das Gefühl, das sich zeigen wird und erlauben Sie sich, Lösungen zu finden, die dieses Gefühl bei Ihnen hervorrufen werden.

 

Das ist ein guter Wegweiser zum Glück.

 

 

 

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