Bist du aberglaeubig? Nein? Sicher nicht?


Ganz bestimmt hättest du anders geantwortet, wenn ich gefragt hätte, ob du "Aber"-gläubig bist.


Das "Aber" ist nämlich ganz schön gewichtig.




Wir machen uns in der Regel selten Gedanken darüber , was eigentlich dahintersteckt, wenn ein Satz angefangen wurde und nach dem Komma mit  „aber“ weitergeht. Ich behaupte, dass das Wörtchen „aber“ alles, was davor gesagt wurde, eigentlich Lügen straft

 

Am meisten taucht das Wörtchen „aber“ bei diesen Gelegenheiten des Lebens auf. Schau mal, ob du dich wiederfindest :-).

 

Wenn man etwas abschwächen möchte weil man Ärger befürchtet

 

"Du hast mich nicht angerufen wie verabredet, aber das ist ja nicht so schlimm".


Was steht wirklich dahinter?

 

Natürlich bin ich sauer, weil du dein Versprechen nicht gehalten hast, mich anzurufen. Ich will es mir mit dir aber nicht verderben, deshalb tue ich so als ob es mir nichts ausmacht.

 

 

Wenn man eine Ausrede benutzt

 

"Klar würde ich auch mal alleine verreisen, aber das geht ja nicht weil…."

"Natürlich helfe ich dir gerne beim Umzug, aber gerade diesen Sonntag geht es nicht…"

 

Was steht wirklich dahinter?


Ich weiß, dass es nicht gut ankommt, wenn ich klipp und klar sage, warum ich nicht will. Also suche ich nach Ausflüchten. Ich tue so, als ob ich selbstverständlich gerne etwas tun würde und schiebe nach dem „aber“ eine plausible Ausrede nach. Das wirkt weicher und möchte das Verständnis des Gegenübers wecken. Damit bietet man weniger Angriffsfläche.

 

 

Wenn man sich scheut, klar seine Meinung oder seine wirklichen Gefühle zu äußern.

 

"Mir gefällt deine neue Haarfarbe, aber ist sie nicht ein bisschen zu schrill für dich?"

"Schön, dass deine Eltern zu uns Besuch kommen, aber das wird bestimmt wieder ganz schön stressig.

 

Was steht wirklich dahinter?


Der zweite Satz straft den Ersten Lügen. Die Kritik an der neuen Haarfarbe kommt ein bisschen hintenherum und ist damit nicht so direkt. Beim zweiten Satz schwingt deutlich mit, dass ich mich überhaupt nicht auf den Elternbesuch freue, mir nur der Mut dazu fehlt, dies auch deutlich zu sagen.

 

Beobachte doch mal eine Woche lang, wie oft du ein „aber“ zu hören bekommst  oder selbst benutzt. Du wirst plötzlich beim "hinaushören" viel sensibler sein, was wirklich gemeint ist.

 

Probiere einmal einen Tag lang aus, völlig ohne ein „Aber“ auszukommen und lasse dich überraschen, wie viel klarer du plötzlich kommunizierst.

 

Ohne „wenn und aber“.

 

 

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