Nikolaus mal wieder

Mitten im Arbeiten überfällt es mich, wie jedes Jahr. Weihnachten ist immer so plötzlich und der Vorbote davon ist der Nikolaustag.

Und wie jedes Jahr habe ich ihn auch diesmal wieder vergessen und nichts besorgt. Sofort springt mein schlechtes Gewissen an. Ich beginne mich zu verurteilen. Dass ich eine ganz schlechte Mutter, Freundin, Partnerin bin, weil ich sowas immer versiebe. Dass ich ganz bestimmt morgen früh wieder dumm da stehe, weil meine Lieben natürlich an mich gedacht haben, während ich irgendwie rumdruckse oder eine Notlösung präsentiere und sie ganz fürchterlich enttäuscht sein werden. 

Bestimmt lieben sie mich dann nicht mehr weil sie denken, dass sie mir nicht wichtig sind. Und so weiter und so weiter, der Film läuft und ich setze mich selbst unter Druck, fange hektisch an zu suchen, was ich verschenken könnte. 

 

Stopp!!!!

Wie tief doch diese alten eingefahrenen Muster sitzen. Gerade noch rechtzeitig erinnere ich mich daran, dass ich andere Werte habe als nur den Konsum und die Menschen um mich herum zum Glück auch. Und dass ich gerade wunderbar meine alten Muster sehe, die ich nun mal langsam loslassen sollte. Gut, dass ich das bemerkt habe.

Also werde ich jetzt einfach in mich gehen und mir ganz in Ruhe überlegen, was ich Schönes als kleinen Nikolaus anbieten kann. Eine wohltuende Fussmassage, ein duftendes Bad, eine Runde etwas vorlesen, einen heissen Tee kredenzen, ein ausgedehnter Spaziergang, Plätzchen zusammen backen usw. 

Sofort geht es mir viel besser und ich kann mich ganz gelassen auf den Nikolaustag freuen. Und wer weiß ja, was ich im Stiefel finden werde...meine alten Glaubenssätze jedenfalls nicht mehr und das ist gut so.

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