Das Was und das Wie

Wer wie was – der die das,

wieso weshalb warum - wer nicht fragt bleibt dumm

 

 

Bestimmt kennst du noch diese Liedzeile aus der Sendung mit der Maus. Angeregt durch einen Blogartikel einer Coachkollegin über die Wichtigkeit von Zielen fällt mir auf, wie überbewertet eigentlich Ziele und vor allem das „Wie komme ich dorthin“ sind.

 

Es wird in der Regel davon ausgegangen, dass es ohne klare Ziele nicht möglich ist erfolgreich zu werden. Ohne Ziele sei man orientierungslos und folglich auch nicht erfolg-reich. Wenn das Ziel klar wäre, sei das Wie das Wichtigste. Das Wie würde die grauen Zellen dazu anregen, sich Lösungen zu überlegen.

 

Ich stimme dem nur teilweise zu. Klar, ich komme am Fahrkartenschalter nicht weiter, wenn ich eine Fahrkarte nach irgendwohin verlange. Aber mit dem eigenen beruflichen Erfolg sieht das doch etwas anders aus.

 

Schaut man sich Biografien beruflich sehr erfolgreicher UnternehmerInnen, SportlerInnen, KünstlerInnen, SchauspielerInnen, SchriftstellerInnen, WissenschaftlerInnen  an, stellt man erstaunlich oft fest, dass sie selbst von sich sagen, dass sie eher per Zufall, oder weil sie das Glück hatten, zur richtigen Zeit die richtigen Menschen zu treffen oder eben zum richtigen Zeitpunkt einen genialen Geistesblitz hatten, zu ihrem Erfolg gekommen sind. Da ist in den seltensten Fällen eine bewusste Planung, ein klares Ziel im Spiel gewesen. Viel mehr ist die Rede von Glück, Eingebung, einem wichtigen Traum, einem inspirierenden Schlüsselerlebnis.

 

Und nun kommen wir der Sache schon näher. Natürlich ist es immer eine gute Idee, zu wissen wo man hin möchte. Dabei geht es in erster Linie um das WAS. Was will ich erreichen? Und warum eigentlich? Was inspiriert mich an meiner Idee? Wem will ich damit dienen? Das ist übrigens die Frage für alle DienstleisterInnen.

 

Wenn das Was ganz klar ist, kommen plötzlich hilfreiche andere Kräfte ins Spiel. Sie heißen Gesetz der Anziehung oder Resonanz, Intuition und Synchronizität der Ereignisse, auch Zufall genannt. Das erklärt auch, warum die Erfolgreichen so offenbar „ungeplant“ zu ihrem Erfolg kamen.

 

Sie hatten im Großen und Ganzen schon klar, was sie wollten aber nichts Konkretes, im Sinne von Strategie, im Kopf. Was sie aber alle immer hatten, war ein großes Ziel und ein starkes Gefühl dazu. Oftmals wohl unbewusst, aber ohne ein starkes Gefühl dazu wird das ausgefeilteste Ziel nur Makulatur bleiben.

 

So wollte z.B. der Eine schon immer leidenschaftlich Fußball spielen oder etwas wie Computer bauen oder die Andere schon immer singen oder mit Hingabe schöne Kleider schneidern. Das hat ihnen das Gefühl gegeben, dass das Ihres war. Sie haben sich nicht den Kopf darüber zerbrochen, wie sie dorthin gelangen. Eigentlich sind alle Lösungen schon längst in uns. 

 

Das Was ist das Wichtigste, das Wie ergibt sich daraus. „Wir liefern nur die Vorlage, das Universum locht ein“, schrieb dazu mal ein Kollege. Schöner kann man es nicht ausdrücken. Der erste Schritt ist immer das Was. Das ist für Viele schwierig genug. Dazu muss man nach innen zu gehen, in sich hineinzufühlen. Ein guter Coach kann dabei helfen, das zu erlernen.

 

Der andere, leider heute noch sehr übliche Weg zu mehr Erfolg, der einen dazu zwingt, vorgegebene Ziele erreichen zu wollen, Pläne abzuarbeiten, Meilensteine zu setzen etc. bringt Menschen zwar auch vorwärts, aber endet oft nicht im Glücklichsein sondern im Burnout.

 

Und dann bleibt nur Leere und ein schales Gefühl zurück. So ist Leben nicht gedacht. Deshalb ist das Was das Wichtigste um ein selbstbestimmtes glückliches Leben zu führen. Das Wie ergibt sich, wenn das große Ziel, die Vision stimmt. Denn das Leben öffnet seine Schatzkammer mit guten „Zufällen“, wenn man es lässt.

 

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