Warum ich die Fussballeuphorie nicht mag

 

Deutschland ist im Fussball- WM Taumel und viele Menschen sind begeisterte Fans. Das ist an und für sich total in Ordnung. 

 

Auch wenn das seltsame Auswüchse hat wie total eingeflaggte Autos, angemalte Menschen und Public views voller Bierseligkeit. Alles total in Ordnung. Für mich ist das zwar nichts, aber bitte, jeder nach seiner Fasson. 

 

Was mich aber wirklich erschüttert, ist die (internationale) Berichterstattung über unseren gestrigen Sieg über Portugal.

 

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, welche brutale Ausdrucksweise da benutzt wird? Man könnte glatt denken, wir sind im Krieg mit Portugal gewesen. Aber es ging nur um Fußball! 

 

Warum reicht es nicht,  sich von mir aus auch laut, einfach zu freuen. Der Bessere hat gesiegt, das ist toll. Aber da werden in der Presse  solche Sätze geschrieben wie

 

"Deutschland massakriert Portugal mit drei Toren von T.Müller", "Wir versenken Portugal mit 4:0, "Deutschland walzt Portugal nieder, "Portugal erniedrigt",  "Deutschland äschert Portugal ein", "Portugal ausradiert", "Deutschland macht Portugal platt" usw.

 

Also, mir läuft es da kalt den Rücken runter. Was kommen denn da für Energien ans Licht? Wie wäre es mit Fairness oder ist die altmodisch geworden? Die Macht der Worte wird immernoch unterschätzt. Für mich ist das nicht akzeptabel. Es erschreckt mich. Ich spüre dahinter eine latente starke Agressivität, die sich ein Ventil sucht. Und das, finde ich, ist mehr als bedenklich.

 

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