Der arme Schweinehund!

 

 

Immer wenn es darum geht, sich überwinden zu müssen um etwas zu tun, von dem wir zwar wissen, dass es gut wäre es zu tun, aber nicht so recht ran wollen, wird es schwierig.

 

Der Raucher, der genau weiß, wie schädlich das Rauchen für ihn ist und es doch nicht schafft, damit aufzuhören. Die Büroarbeiterin, die eigentlich endlich Yoga machen möchte weil sie spürt, dass sie einrostet und immer wieder Gründe findet es zu vergessen, die Freundin, die abnehmen möchte, aber so gerne nascht. Es gibt so viele Gelegenheiten, von denen man genau weiß, es wäre gut wenn... endlich aufräumen, gesünder essen, weniger PC und TV, mehr bewegen, früher schlafen gehen.

 

Und immer hört man dann: ja, der innere Schweinehund ist schuld. Der verhindert, dass ich endlich loslege. Der Schweinehund muss halt überwunden werden. Kaum jemand macht sich Gedanken wie es dem armen Schweinehund damit geht, dass er als Sündenbock und Alibi für unsere eigene Trägheit herhalten muss.

 

Wieso eigentlich Schweinehund? Früher wurden Hunde gebraucht um die Wildschweine für die Jagd aufzuspüren. Die hießen Schweinehunde. Und es waren sehr flinke, mutige Hunde.

 

Warum hat nun ein Anteil in uns, der uns beschützen will, ausgerechnet diesen Namen bekommen? Weil er Mut dazu braucht. Dieser Anteil will, dass es uns gut geht. Er weiß ganz genau, dass wir nicht mit Freude durch den Wald joggen werden, dass die Zigarette für den Raucher ein Stück Belohnung bedeutet, dir nun mal kein Grünfutter schmeckt usw. Er nimmt das ernst und blockiert unsere Ansätze mit ziemlicher Raffinesse um uns zu beschützen.

Das ist nur leider kontraproduktiv. Was kann man tun?

 

Wie immer kommt es darauf an, aus welchen Motiven heraus wir etwas verändern wollen. Wenn es der Kopf nur aus Vernunftsgründen will, ist der mutige Schweinehund in jedem Fall stärker. Weil es der Arzt sagt, der Partner es wünscht, man es so macht, ist dem relativ chancenlos ausgeliefert. Der mutige Schweinehund nimmt seine Arbeit ernst und reagiert promt.

 

Viel besser ist es, ihm die Sache schmackhaft zu machen, eine Belohnung in Aussicht zu stellen. Zum Beispiel wie gut es uns gehen wird mit ein paar Kilos weniger, wie gut es sich anfühlt beweglicher zu werden, was man sich alles vom eingesparten Zigarettengeld leisten kann – vielleicht einen schönen Kurzurlaub?

 

Dann müssen Kopf und Herz zusammenarbeiten. Und das kann klappen weil es den Schweinehund nun als Verbündeten gibt. Und er ist mutig und macht seine Sache gut. Wir brauchen ihn nicht mehr als Verhinderungsgrund vorschieben und seine neue Rolle gefällt ihm viel bessser.