Herr Doktor, ich bin mit meinem Bein da....


Herr Doktor, ich bin mit meinem Bein da...


Mit dem Spruch können Sie nichts anfangen? Macht nichts, der ist ein Insider für Heiler, Coaches, BeraterInnen und geht folgendermaßen:

 


Kunde, (wahlweise Patient oder Klient, kommt zum Doktor,(Therapeuten, Coach) und spricht " Guten Tag Herr Doktor, ich bin mit meinem Bein da. Ich lasse es mal hier und wenn Sie es heile gemacht haben, hole ich es wieder ab".

 

Warum bringe ich das? Nun, die oben erwähnten Berufsgruppen kennen das wohl alle. Ein Kunde, Klient oder Patient kommt mit einem Problem körperlicher oder seelischer Natur und wir sollen es regeln, wegzaubern, eben "heile machen". Der Kunde möchte damit nichts zu tun haben, schon gar nicht sich selbst bewegen. Er möchte damit die Verantwortung für sein Leben bei uns abgeben. Manchmal wird er richtig ärgerlich, wenn man ihm sagt, dass er aktiv mitmachen muss, seine Themen angucken, bearbeiten und ggf. etwas an seinem Leben ändern sollte.

 

Ich beobachte das hin und wieder auch beim Matrixcoaching. Das hängt leider manchmal auch mit Wunderheilungs- versprechen zusammen, die auf manchen Webseiten zu lesen sind und die unberechtigte Hoffnungen wecken können.


Natürlich werden beim Matrixen oft sehr tiefgreifende Blockaden aufgelöst und Impulse auf der Seelenebene gegeben. Und gelegentlich lösen sich Probleme dadurch wirklich fast sofort. Voraussetzung ist allerdings immer eine innerliche Bereitschaft zur Veränderung beim Klienten.

 

Oftmals beginnt damit ein Prozess, der durchschritten werden muss. Er macht sich durch Veränderung im Innen oder Außen bemerkbar. Im besten Falle ist die Veränderung sofort sehr positiv für den Klienten.

 

Veränderung kann sich aber auch durch eine vorübergehende Zuspitzung der Situation zeigen, was dann Klarheit bringt oder eine kurzzeitige scheinbare Verschlechterung von körperlichen Symptomen. Bei der Matrixarbeit dauern sie nicht lange, aber sie wollen wahrgenommen werden. 

 

So berichten mir manchmal sehr beherrschte Frauen, sie wären plötzlich so aggressiv drauf. Das ist eine positive Veränderung, denn die angestaute Wut, die zu Migräne oder Gallenproblemen führt, darf nun dorthin, wo sie angebracht ist - ins Außen an den Ort der Verursacher. Dann richtet sie im Innen keinen Schaden mehr an. Natürlich verändert das das Leben, aber positiv.


Es gibt aber auch die, schon eingangs erwähnten Klienten, die mit dem Bein. Die bemerken "nichts". "Es tut sich nichts, die Methode ist Mist. Im Gegenteil, jetzt ist alles noch schlimmer."

 

Eigentlich müsste man ihnen gratulieren, denn es bewegt sich offenbar doch etwas und nun müsste man gleich dranbleiben und weiterarbeiten, um das Thema aufzulösen. Hört man wieder auf, wird sich das ungelöste Problem an anderer Stelle eine Möglichkeit suchen um auf sich aufmerksam zu machen. 

 

Ein GruppenFernMatrixen ist dann dafür zu wenig. Es ist eine Frage der persönlichen Entwicklung und der Wertschätzung für sich selbst, ob man seine Themen angeht oder nicht.

 

Warum ich das alles schreibe? Nun ich habe unlängst so eine empörte Email erhalten. Die Dame war nach einer Sitzung sichtlich enttäuscht, dass "ihr Bein immer noch nicht geheilt war" um im Bilde zu bleiben. Das hätte sie erwartet.


Da hat sie noch viel Entwicklung vor sich und ich kann ihr nur wünschen, dass sie es bald angeht. 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0