Die bösen Pollen und die Glaubenssaetze

 

 

 

 

 

 

"Oje",

 sagte meine Nachbarin mit roten tränenden Augen und schniefelte deutlich. "Es wird tatsächlich Frühling, die Pollen fliegen".

 

 

 

Ich nicke verständnisvoll, während sie mir ausführlich ihre Leidensgeschichte mit der Allergie auf die Frühlingsblüher schildert. Ihre roten tränenden Augen alleine sprachen schon Bände. "Ich kann drauf warten", meinte sie. "Jedes Jahr dasselbe..."

 

Ja, so unterschiedlich ist das. Ich freue mich über jedes grüne Hälmchen und jedes Krokusblütchen, das sich schon hervorwagt. Sie hingegen beäugt sorgenvoll, was da sprießt und treibt. UND manifestiert sich mit ihren Gedanken immer wieder, dass sie recht hat und die Pollen sie zum Verzweifeln bringen.

 

Ja, ganz richtig. Sie selbst manifestiert sich das und zwar völlig unbewusst. Wahrscheinlich redet sie kein Wort mehr mit mir, wenn sie das liest. Ich sollte es ihr morgen mal erklären. Niemand hört nämlich gerne, dass er selbst an seinem "Elend" schuld sein soll. Darum geht es auch nicht. Die Schuldfrage stellt sich nicht. Auch die bösen Pollen sind nicht schuld.

 

Sie sind einfach da. Und vielen Menschen schaden sie auch nicht. Die bemerken gar nicht, dass es sie gibt. Also muss es an etwas anderem liegen wenn sie pünktlich jedes Jahr wieder für tränende Augen, juckende Schleimhäute und bei manchen Menschen sogar zu Atemschwierigkeiten führen. Manchmal ist es sehr hilfreich, zu erkennen, wie man da wieder rauskommen kann. Und zwar selbst, ohne Pillen. Nur mit der Kraft des eigenen Bewussstseins!

 

Glaubst du nicht?

 

Neurobiologen und Physiker erkennen immer mehr, dass unser Bewusstsein der Schlüssel für viele Fragen ist. Es ist ein mächtiges Werkzeug, das wir leider meistens völlig unbewusst einsetzen.

Wir gestalten nämlich ununterbrochen unsere Realität mit unseren Gedanken. Wir können garnicht anders. Gedanken haben eine ungeahnte Macht. Am Tag denken wir etwas 60.000 Gedanken. Die meisten davon sind immer dieselben. Es ist eine Menge Müll dabei. Etwa sich Sorgen machen, mit dem den Gedanken Horrorszenarien entwerfen wie etwas sein könnte, Angst haben etc.

 

Auch die Angewohnheit immer in die Zukunft zu denken oder in der Vergangenheit zu sein. Selten sind wir ganz bewusst  in der Gegenwart präsent. Dabei gibt es nur eine Zeit und die ist Jetzt, in der Gegenwart. (Wenn du mehr dazu lesen möchtest, empfehle ich dir Eckhardt Tolle "jetzt!")

Kennst du das auch? Du sinnierst darüber nach, was der oder die gestern gesagt hat und was sie wohl damit gemeint hat, welche Konsequenzen das (in der Zukunft) für dich haben wird. usw.

 

Ganz starke Gedanken, die dauernd wiederholt werden, entwickeln sich zu unbewussten Glaubenssätzen. ie sinken tief ins Unterbewusstsein und können uns von dort unbemerkt steuern. Sie widerspiegeln das, was wir einmal gelernt haben, was sich scheinbar im Außen immer wieder bestätigt, woran wir und "alle" glauben. Das "weiß man halt, das ist eben so". Es wird deshalb unhinterfragt übernommen und somit für uns zur Überzeugung, zum Glaubenssatz.

 

Es gibt individuelle Glaubenssätze, die in der Familie entstanden sind und auch kollektive. Also Glaubenssätze einer Gruppe. Wir Berliner, wir Deutschen, wir Frauen etc.

"Wir Deutschen sind pünktlich. Frauen können besser mit Kindern umgehen." Du kennst bestimmt auch viele davon, die unbewiesen sind und meist bei genauer Betrachtung gar nicht stimmen

 

Weil wir immer recht haben wollen, tun wir unbewusst alles dafür, dass wir auch recht haben. Und wenn es der Heuschnupfen ist, der deshalb jedes Jahr wiederkommt. Nun könnte man sagen, was ist mit Desensibilisierung? Nun ja, sie wird wirken, wenn du den Glaubenssatz hast, dass sie hilft...

 

foto pixabay

Mitten auf der Wiese

 

Was ich ja sehr spannend und anschaulich dazu finde, ist die Tatsache, dass wir im Zustand der Bewusstlosigkeit, z.B. in der Vollnarkose, keine allergischen Reaktionen zeigen. Da könnte ich meine Nachbarin glatt mit ihrer Nase mitten in eine blühende Wiese legen.

Sie würde mit großer Wahrscheinlichkeit keine allergische Reaktion zeigen. Ihr Bewusstsein ist durch die Narkose ausgeschaltet und kann nun nicht daran glauben, dass jetzt niesen dran ist. Dieses Beispiel las ich kürzlich und fand es sehr zeugend.

 

Was macht man nun mit diesen Glaubenssätzen? Erst einmal ist es wichtig, herauszufinden, dass man sie hat und wie sie heißen. Dazu muss man zuerst an die Glaubenssätze, die einem schon bewusst sind, ran. Interessant ist auch, dass man dahinter immer Themen findet, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit Frühling und Pollen zu tun haben.

Das Symptom dient nur als "Trägermedium" um auf etwas aufmerksam zu machen, das geheilt werden möchte. Auf der Bewusstseinsebene, nicht mit Chemie.

 

Dazu ist es wichtig, sich selbst mal beim wehklagen, pardon sprechen, zuzuhören. Und dann mit einer geeigneten Methode diese Glaubenssätze zu entschärfen, also ihnen die Macht zu nehmen, sie umzudrehen in etwas positives.

Also in unserem Beispiel hören wir den Satz "im Frühling bekomme ich immer meinen Heuschnupfen, ich kann darauf warten". Das ist ein Glaubenssatz, der sich zuverlässig wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung auswirkt.

 

Mit meinen Klienten arbeite ich damit mit energetischem Coaching. Aber auch andere Methoden eignen sich dafür. Zum Beispiel gibt es gute Ergebnisse mit Hypnose. Alle Methoden, die mit dem Bewusstsein, bzw. Unterbewusstsein arbeiten, eignen sich sehr gut dafür. Finde einfach die, die für dich passt.

 

Und der Heuschnupfen ist Schnee von gestern.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Birgit (Donnerstag, 06 April 2017 13:20)

    Kann ich bestätigen. Meine Allergie ist über die Schiene "Glauben und Überzeugungen" (oder auch Psychoneuroimmunologie genannt) verschwunden. Ich habe dieses Jahr tatsächlich "vergessen", dass ich ja eigentlich auch noch Heuschnupfen hätte haben müssen. Tja. Verpasst. Dann eben keine Allergie :-)

  • #2

    Barbara Steldinger (Freitag, 07 April 2017 12:44)

    Liebe Birgit,

    schönes Beispiel, danke :-). Dir weiterhin einen niesfreien Frühling,

    alles Liebe
    Barbara