Die vier schlimmsten Aengste



Kennst du die vier schlimmsten Ängste?





Was die Meisten von uns kennen, ist so ein unbestimmtes Gefühl von „nicht in seiner Mitte“ sein. Es ist nicht so recht zu fassen, aber es verursacht latentes Unbehagen. Es kann eine depressive Stimmung machen oder schlechte Laune erzeugen. Bei genauem Hinschauen entpuppt sich das Gefühl als eine diffuse Angst.


Das ist kein Wunder. Die Welt um uns herum stellt sich gerade als ziemlich unsicherer Hort dar. Überall kriselt es, bricht etwas zusammen, täglich kommen Meldungen über neue Skandale ans Licht, in weiten Teilen der Welt herrschen Krieg und Hunger.


Die öffentlichen Medien aller Art tragen ihren Teil dazu bei, dass wir Angst bekommen. Angst um unser Hab und Gut, Angst um unsere Gesundheit, unser Geld, unsere Sicherheit, um die Zukunft. Obwohl es viele verschiedene Ängste gibt, lassen sich die vier schlimmsten Ängste herauskristallisieren.



Die vier schlimmsten Ängste sind


  • Angst davor, ein bedeutungsloses Leben gelebt zu haben
  • Angst davor, alleine zu sein
  • Angst davor, verloren zu sein
  • Angst vor dem Tod


Vielleicht wundert es dich, dass die Angst vor dem Tod ganz unten steht. Forschungen haben ergeben, dass sich die meisten Menschen nicht so sehr vor dem Tod fürchten wie man vermuten könnte. Die anderen Ängste sind viel stärker ausgeprägt. Im Folgenden will ich das etwas näher beleuchten.


Die Angst davor, ein bedeutungsloses Leben gelebt zu haben ohne eine Spur in dieser Welt zu hinterlassen, also gänzlich bedeutungslos diese Welt zu verlassen, treibt viele Menschen an extrem viel zu arbeiten um ihre Bedeutsamkeit zu erschaffen. Leider versäumen sie manchmal gerade deshalb zu „leben“.

Nicht umsonst gibt es den Spruch, dass „ein Mann ein Kind gezeugt, ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt“ haben sollte. Alles drei sind Dinge, die bleiben, wenn er eines Tages nicht mehr ist.



Die Angst davor, alleine zu sein treibt viele Menschen auf eine lebenslange Suche nach der großen Liebe. Die Gemeinsamkeit soll Sicherheit und Geborgenheit geben. Wird das jedoch im Außen beim Partner gesucht und auch eingefordert, folgt zwangsläufige Enttäuschung. Auch der Partner ist nämlich auf der Suche. Und so stehen sich dann zwei Suchende gegenüber, die voneinander enttäuscht sind.

 

Der Schlüssel liegt in der Erkenntnis, dass jeder erst einmal lernen muss, Sicherheit und Geborgenheit in sich selbst zu finden. Niemand kann uns das abnehmen. Erst wenn wir gelernt haben, uns selbst zu lieben, können wir auch andere lieben. Dann findet sich auch der passende Partner, mit dem man gemeinsam wachsen kann.


Lange und liebevoll Beziehungen zu pflegen, nicht nur mit der Familie, bewahrt uns davor, uns alleine zu fühlen. Dazu ist es angebracht, sich auch mit dem Themen Versöhnung und Dankbarkeit zu beschäftigen. Vor allem mit der Familie.



Die Angst davor, verloren zu sein, bewirkt bei manchen Menschen, dass sie sich sehr lange, manchmal viel zu lange, an einen Ort oder eine Person, auch im übertragenen Sinne, binden. Wenn man sich nie fort bewegt, auch mal ganz alleine, kann man nicht er-fahren, wo man eigentlich hingehört.


Diese scheinbare Sicherheit ist teuer erkauft. Hat man seinen Ort, sein Zuhause gefunden, kann man von dort aus die Welt erkunden und dann wieder nach Hause zurückkommen. Dann weiß man nämlich wo das Zuhause ist.



Die Angst vor dem Tod ist viel weniger stark ausgeprägt als gemeinhin angenommen. Viel mehr haben die meisten Menschen Angst vorm Sterben weil man nicht weiß, wie das sein wird, ob man sich quälen muss und was danach kommt. Wer glaubt, dass danach nichts mehr kommt, hat es noch schwerer. Vor allem, wenn man in diesen letzten Momenten fühlt, dass man etwas verpasst hat.



Die britische Altenpflegerin Bronnie Ware hat dazu ein sehr interessantes Buchgeschrieben „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Dort steht an erster Stelle das Bedauern, nicht das gemacht zu haben, was man eigentlich selber wollte, sondern immer nur das, was andere wollten.


Dass der Mut gefehlt hat, Entscheidungen selbst zu fällen und den eigenen Weg zu gehen. Dass man sich nicht getraut hat, den Nächsten seine Liebe deutlicher zu zeigen, mehr Zeit mit ihnen verbracht hat.  


Niemand hat übrigens bedauert, zu wenig Zeit im Büro verbracht zu haben...

Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die gestresst durchs Leben rennen. Es kann dazu beitragen, dass die oben genannten Ängste sich relativieren und man ins Nachdenken über das eigene Leben kommt.

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara J. Schoenfeld (Sonntag, 17 Mai 2015 10:02)

    Liebe Barbara,

    gerade die Angst vor dem Alleinesein treibt wirklich ein sehr schlimmes Spiel mit uns. Wir verbiegen uns teilweise, tun Dinge nur einfach um geliebt und anerkannt zu werden. Ich denke, so lange, bis wir begriffen haben, dass wir diese Liebe tatsächlich nur in uns selbst finden können. Und dann beginnt die Leichtigkeit. Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht. Jetzt, wo ich nicht mehr den Traumprinzen brauche, der mich endlich erlöst, jetzt erst zeigt er sich. Und es ist wundervoll....
    Herzliche Grüße
    Barbara