Zufriedenheit - eine ausgestorbene Tugend?

Vielleicht hast du es auch schon bemerkt.

 

Ich finde ein Phänomen sehr interessant, das sich mir immer öfter sehr deutlich zeigt. Irgendwie ist vielen Menschen, besonders bei uns in Deutschland, die Zufriedenheit abhandengekommen.

 

In Zu-frieden-heit steckt Frieden.

 

 

In der aktuellen Weltstatistik der OECD liegen wir, als ein wirklich reiches Land,  zum Thema Zufriedenheit abgeschlagen weit hinten, noch hinter wirklich armen Ländern. Australien ist laut Studie die zufriedenste Nation der Welt. Das behauptet zumindest die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).*

 

Die Bundesrepublik landet im sogenannten Better-Life-Index nur noch auf Platz 17.Viele europäische und amerikanische Länder liegen vor Deutschland. Platz zwei und drei belegen Schweden und Kanada. Insgesamt veröffentlichte die OECD Ergebnisse für 36 Länder. Relevant für die Statistik sind elf Kriterien. Dazu zählen nicht nur materielle Dinge wie das Einkommen oder die Wohnungssituation der Bürger.

 

Bei der Frage nach dem eigenen Wohlbefinden antworteten lediglich 64 Prozent der Bundesbürger, dass es ihnen gut ginge. Das bedeutet sogar nur Platz 25.  Bei der Frage nach der Lebenszufriedenheit reicht es beispielsweise für die Deutschen nur für Platz 19. Platz 1 belegen die Schweizer. 

*(Quelle http://www.welt.de/wirtschaft/article116598315/In-diesen-Laendern-sind-Menschen-am-gluecklichsten.html)

Was fehlt uns?

 

 

 

 

Lies dazu auch diesen Artikel

"Mag sein..."

Wie zufrieden bist du eigentlich mit deinem Leben?

 

Fast alle wollen heutzutage immer besser, schneller, weiter, höher kommen. Es wird immer mehr konsumiert und faster (Fastfood) gegessen, es wird immer höher und größer gebaut, die Autos, Züge und Flugzeuge stehen für immer schneller von A nach B kommen, also für Geschwindigkeit. Bei Amazon heute bestellt, morgen geliefert.

Ungeduld statt Geduld.

 

Fragt man Jemanden, wie es ihm geht, kommen ganz selten solche Sätze wie ich sie noch aus meiner Kindheit kenne :„Ich bin zufrieden oder „wir sind ganz zufrieden“. Eher kommt so etwas wie: „Naja, es geht so“ „Muss ja“ „Könnte besser sein“.

 

Und selbst, wenn man so ein“ Ich bin zufrieden“ hört, dann kommt es auch auf den Tonfall an. „Ich bin zufrieden“ kann auch ganz unfriedlich, resignierend meinen, „naja, mehr ist eben nicht für mich drin, da muss ich mich wohl mit dem begnügen.“

 

Immer mehr, immer schneller

 

Dieses Gefühl, aus vollstem Herzen und mit Dankbarkeit zufrieden zu sein, ist dem Streben, der Illusion, nach möglichst unendlichem Wachstum und der Geschwindigkeit, mit der das Leben so tickt, zum Opfer gefallen.

 

Menschen, die in diesem Wettlauf nicht mitmachen weil sie mit sich und der Welt einfach zufrieden sind, werden oft nicht für ernst genommen oder gar misstrauisch beäugt.

 

 

Da ist jemand einfach zufrieden und will nicht besser werden, schneller sein, mehr haben? Geht das? Bedeutet das nicht Stillstand, keine Weiterentwicklung mehr?

 

Ich finde, das Gegenteil ist der Fall. Würden wir uns alle wieder mehr auf das besinnen, was im Leben wirklich wichtig ist wie Liebe, Partnerschaft, Muße, Zeit für sich und die Familie, eine Arbeit , die sinnerfüllt ist und persönliche Entwicklung bringt bis hin zur Weisheit und Integrität, würde die Welt ganz anders aussehen.

Es gibt sie schon

 

 

Viele Leute bedauern, dass die Welt so ist wie sie ist. Sie übersehen dabei, dass wir alle unseren Anteil daran haben.

 

Das ständige Gehetzte nach mehr, schneller, besser wird angesichts dessen, was unser Leben ausmacht, immer absurder.

 

 

 Mehr und mehr wächst die Sehnsucht, diese innere Zerrissenheit überwinden zu können. Auf der einen Seite entsteht die  Sehnsuch nach Ruhe, Gelassenheit, Muße und auf der anderen Seite muss immer alles ganz schnell gehen.

 

Die Lösung kann nicht von außen per Rezept kommen. Sie liegt im Innen. Jeder kann für sich entscheiden wie er denkt und handelt. Der erste Schritt ist immer die Akzeptanz. Die Welt und mich selbst erst einmal so zu akzeptieren wie sie ist. Immer mehr Menschen stellen sich diesen Fragen nach dem Sinn ihres Lebens und entscheiden sich, neue Wege zu gehen.

 

Geduld

 

Der zweite Schritt ist, wieder mehr Geduld zu lernen. Diese Tugend ist ebenfalls fast völlig abhanden gekommen. Alles muss fix gehen. Reisen in ferne Länder dauern nur noch Stunden, Amazon liefert am nächsten Tag aus, Emails werden sofort beantwortet, Wissen wird gegoogelt, das Handy ist ein kleiner Computer.

 

Wo ist da noch die Vorfreude auf die Bestellung, die Muße eines längeren Reiseweges, das sich Durcharbeiten durch Bücher und Kataloge um Wissen zu erlangen?

 

Damit wir uns nicht missverstehen, ich google auch viel und schätze das durchaus. Aber ich habe es auch geliebt, mal in eine Bibliothek zu gehen und die besondere Athmosphäre zu spüren, die große Bibliotheken wie die Staatsbibliothek, in der ich zu meiner Studienzeit oft gelernt habe, besitzen. Und, dass beim Reisen auch der Weg das Ziel sein kann, habe ich auch erst vor einigen Jahren erkannt. Zu sehr war ich bis dahin auf das Ankommen, das Ziel fokkussiert. Aber jede Reise hat mit unserer Lebensreise viel gemeinsam. Auch hier gilt es, die Stationen wahrzunehmen, mal inne zu halten, sich umzuschauen.

 

Die Kraft der Dankbarkeit nutzen

 

Der dritte Schritt ist Dankbarkeit. Die Dankbarkeit ist eine starke energetische Kraft. Sie kommt gleich nach der stärksten Kraft im Universum, der Liebe. Menschen, die dankbar sind, sind automatisch geerdeter und damit zufriedener.

 

Sie nehmen nicht alles als Selbstverständlichkeit, sondern sind sich der Geschenke des Lebens voll bewusst. Sie sind einfach dankbar für die Segnungen, die sie erhalten.

 

Das beginnt schon damit, dankbar dafür zu sein, dass wir dieses Leben geschenkt bekommen haben. Niemand musste erst dafür arbeiten oder bezahlen, geboren zu werden. Da ging es auch nicht um Geschwindigkeit oder Schönheit.

 

Wie viele Menschen, vor allem Frauen, sind so gar nicht dankbar für das Geschenk eines funktionierenden Wunderwerks, ihres Körpers. Da wir gemäkelt, „Problemzonen“ beschimpft, bis dahin, an sich herumschneiden gelassen um scheinbaren Idealformen nahe zu kommen. Wie absurd ist das.

 

"Wer seinen Körper als den Tempel seiner Seele versteht, als kostbares Geschenk des Lebens an sich, der wird ganz demütig und dankbar. Der wird sich auch jeden Tag dieses Geschenks bewusst und trägt dem in Dankbarkeit Rechnung mit guter Pflege und Nahrung auf allen Ebenen."

 

Konkurrenzdenken ist out

 

Der vierte Schritt ist für uns am schwersten, denn er begleitet uns in der westlichen Welt vom ersten Tag unseres Lebens an.

Das Vergleichen und Bewerten. „Meiner läuft schon“, „Meine ist schon sauber“, „unser bekommt schon ein Zähnchen“. Die Erwartungen der Eltern in ihre Kinder gehen mit der Geburt schon los. In der Schule wird der Konkurrenzkampf ebenfalls sehr gefördert. „Wer ist die Klassenbeste? Was, du bist nur Dritter geworden im Sport?“

 

„Der Nachbar hat schon wieder ein neues dickes Auto und wir fahren noch die alte Kiste“. All das stachelt den Wunsch nach Verbesserung, Steigerung an. Alles, was wir erleben oder sehen, wird innerlich sofort bewertet. „Die ist aber dick, der sieht aus wie ein Penner, der fährt wie der erste Mensch.“

 

Wem es jedoch gelingt, aus diesem Kreislauf der bewertenden Gedanken auszusteigen, der erlebt eine wundersame Transformation. Plötzlich kann man sich das alles milde lächelnd anschauen und dabei ganz bei sich bleiben. Der Nachbar hat ein neues dickes Auto. Na und? Mein Auto fährt mich, das reicht mir. Ich bin zu dick, zu alt, zu langsam, zu dumm. Mag sein, aber ich liebe mich so wie ich bin.

 

Wahre Zufriedenheit ist etwas Wunderbares, denn sie kommt aus dem Herzen.

 

Dann ficht mich das Wettgerenne da draußen nicht mehr an. Es hat auch etwas mit Bescheidenheit zu tun. Auch ein Wort, das irgendwie still und leise aus der Mode gekommen ist. Wer will heute schon bescheiden sein?

 

Das klingt so nach sich klein und unbedeutend machen. Aber das ist ein Missverständnis, Es heißt doch nur, einfach nicht blindlings mitzurennen, sondern eigene Maßstäbe für sich zu entwickeln, möglicherweise mit viel weniger auszukommen und dabei zufrieden zu sein.

 

Nicht im Übermaß alles anzuhäufen, sondern weise auszuwählen und sich nicht dem gesamtgesellschaftlichen Konsumwahn anzuschließen. Bescheidenheit muss nicht bedeuten, dass man in Sack und Asche gehen muss. Bescheiden kann zum Beispiel auch heißen, dass man nicht 25 Jeans im Schrank hat, sondern ganz bewusst nur drei und auch nicht mehr haben will weil die einfach ausreichen. Energetisch gesehen fordert jedes einzelne unserer Besitztümer unsere Energie und Aufmerksamkeit. Je weniger ich besitze, z.B. an Klamotten, desto mehr Energie habe ich für Anderes.

 

Was dann geschieht

 

Dann stellt sich Zufriedenheit ganz von selbst ein.

 

Sie wirkt extrem entspannend. Raus aus dem Ameisengerenne, eins sein mit mir selbst. Probiere das doch einfach aus. Beginne mit dem Satz „Ich bin zufrieden“ und spüre hin wo sich Widerstand meldet.

Wie sind die Glaubenssätze, die sich mit Protest melden? „Ja, aber das Geld reicht nie“, „Ich bin nicht richtig gesund“, „Ich habe Sorgen mit den Kindern“, der Partner betrügt mich“. Ja, alles Gründe, die auf den ersten Blick gegen Zufriedenheit sprechen. Wirklich?

 

Zufriedenheit heißt nicht, dass alles paletti und perfekt ist. Ganz und gar nicht. Zufriedenheit ist eine Lebenseinstellung, eine Geisteshaltung, die ich selbst in der Hand habe. Niemand außer mir. Trotz widriger Umstände kann ich das Gefühl der Zufriedenheit entwickeln und kultivieren. Damit ist nicht der rosa Zuckerguss des sogenannten positiven Denkens gemeint. Die Rede ist von dem echten tiefen Gefühl der Zufriedenheit, das ich jedem Menschen von Herzen wünsche.

 

Gerne bin ich mit meiner Arbeit, dem energetischen HerzCoaching, dabei eine Unterstützung zu geben, die tiefer wirkt.

 

lies auch "Mag sein..."

und "Schön bei dir bleiben"

 

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Kommentare: 4
  • #1

    christine Sturm (Montag, 04 Juli 2016 15:37)

    Wunderbar - besser hätte ich es nicht ausdrücken können! Du sprichst mir aus der Seele... liebe Barbara - und ich lebe schon sehr lange in diesem Bewusstsein: "Weniger ist mehr"! Bin deshalb auch vor 24 Jahren bewusst aus meiner erfolgreichen Werbefachrau- und Marketingkarriere für internationale Großkunden ausgestiegen.... weil ich dieses verlogene "Wachstumsgerede" und dieses Konsumterror-System nicht mehr unterstützen wollte....! P.S. mein Auto ist z.B. im Mai 24 Jahre alt geworden und läuft ganz fantstisch! :-) (....ich erinnere nur mal an die idiotische Abwrackprämie, die Millionen von gut funktionierenden Autos in die Schrottpresse abgeschoben haben... und heute stehen überall auf der Welt Millionen von nagelneuen Autos aus Überproduktionen gut versteckt auf Abstellplätzen und verrotten, damit die Preise erhalten bleiben....! Alles ein kranker Wahnsinn!)

  • #2

    Barbara Steldinger (Montag, 04 Juli 2016 16:10)

    Da bin ich ganz bei dir, liebe Christine.

    Wir müssen immer bei uns beginnen und du machst das ja schon zum Thema Auto vorbildlich. ich achte auch immer konsequenter auf das Reduzieren von unnötigem Krams. Bei mir beginnt das im Kleiderschrank und hört im Schuppen noch nicht auf...

  • #3

    Alexandra Beck (Sonntag, 14 August 2016 20:53)

    Liebe Barbara,
    auch ich lese mit Begeisterung deine wunderbaren Newsletter. toll, wie du dich engagierst. Gerne möchte ich einmal eine Fernmatrix von dir in Anspruch nehmen. Melde mich, wenn ich wieder mehr zu Hause bin.
    Dir von Herzen alles Gute
    wünscht Alexandra

  • #4

    Andrea Dill (Sonntag, 05 Februar 2017 22:49)

    Liebe Barbara, ein wundervoller Artikel! Ja, alles beginnt bei einem selbst und doch "warten" viele Menschen auf ein allgemeingültiges Rezept, das es nicht gibt und geben wird. Jeder darf für sich selbst entscheiden, was für ihn gut ist und austesten, wie er dorthin kommt. Leben funktioniert in der Praxis, nicht in der Theorie.
    Liebs Grüessli
    Andrea