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Advent- von wegen beschaulich

Von wegen beschaulich...


 

 Die Adventszeit gilt seit altersher als eine Zeit der Besinnung, des Innehaltens, des Gemütlichen.

 

Überall ist die Stadt Lichter geschmückt, Weihnachtsmärkte laden zum Bummeln ein. Es duftet nach gebrannten Mandel, kandierten Äpfeln und Glühwein.

Und angeblich freuen sich alle Menschen auf Weihnachten.

 

 

 

Tatsächlich. Also ich nicht. Ich bin trotz sorgfältiger, generalstabsmäßiger Planung jedes Jahr wieder neu gestresst gewesen und habe irgendwann für mich beschlossen, das zu ändern..


ändern ist schwierig aber geht


Die Vorweihnachtszeit vergeht irgendwie noch schneller als die übrige Zeit im Jahr.

 

Alle laufen hektisch durch die Einkaufspassagen, auf der Jagd nach Schnäppchen, weil man die Liebsten schließlich beschenken möchte. Banger Blick aufs Konto, egal. Weihnachten ist Weihnachten. In den Firmen werden Weihnachtsfeiern absolviert, die die Meisten eher nicht mögen. Aber was sein muss, das muss. Ist schließlich Tradition. Oder?

 

Außerdem ballt sich in den Firmen zum Jahresende arbeitsmäßig alles zusammen, immer den Jahresabschluss vor Augen. Die Menschen, die in irgendeiner Weise im Verkauf arbeiten, sind jetzt megagestresst. Sie müssen zusätzlich zu dem ganzen Rummel auch noch die verkaufsoffenen Sonntage überleben. Ich möchte nicht wissen, wie sie zu Weihnachten dann ausgepowert sind. Sie sind sicher froh, wenn das Jahr rum ist.

 


Glaubensfrage - Fleisch oder nicht Fleisch?



 

Dann erhebt sich jedes Jahr die gleiche Frage. Was gibt es zum Fest zu essen? In einer Familie können sich zu dem Thema Grabenkämpfe vom Feinsten entwickeln. Da die Ernährungsformen durchaus vielfältiger als früher sind, ist es mit der traditionellen Weihnachtsgans nicht mehr getan.

 

Vegetarier und Veganer schlägt man damit definitiv in die Flucht oder wird in hitzige Diskussionen verwickelt, bis hin zum Eklat. Menschen, die zwar Fleisch essen, aber Bio muss es sein, haben ein Problem mit den wahnwitzigen Preisen für Biogänse. Aber wenigstens haben sie ein halbwegs ruhiges Gewissen weil sie keine zwangsernährten Gänse kaufen. Massentierhaltung ist kein schönes Thema an Weihnachten.

 


Gesunde Ernährung an weihnachten?


 

 

Die Weihnachtsbäckerei ist auch eher unromantisch geworden. Seit wir wissen, dass Milch nichts für erwachsene Menschen ist weil die Laktoseintoleranz weit verbreitet ist, tun sich viele schwer mit den Alternativen wie Soja-, Hafer-, Mandel-, oder Reismilch, was ich gut verstehen kann.

 

Das meiste wohlschmeckende Weihnachtsgebäck ist nun mal mit Weizenmehl gemacht, das schuld daran ist, dass wir dick werden. (Buchtip "Weizenwampe"). Weizenmehl tut uns leider tatsächlich gar nicht gut. Auch Weizenvollkornmehl ist nicht die Alternative, besser ist Dinkelmehl. Das schmeckt allerdings irgendwie anders, ungewohnt. Das ist ein echtes Dilemma , weil wir grade in der Weihnachtszeit die Erinnerung an Kindertage mit Vanillekipferln und Mandelhörnchen haben. Und die schmecken mit Dinkelmehl nun mal nicht so.

 

Im Weizenmehl ist Gluten drin, das schuld an vielen Krankheiten sein soll und zusätzlich süchtig macht. Gluten ist übrigens der Stoff, mit dem die Weizenpflanze ihre Fressfeinde vertreibt. Also auch uns - eigentlich.

 

Süchtig macht auch der Zucker, von dem wir alle mehr oder weniger bewusst zu viel konsumieren und der dick und krank macht. Zucker ist allerdings überall drin. Wenn man genau auf die Deklarationen der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln schaut, kann man ganz schön geschockt sein. Süßstoff ist keine Alternative, da er der Bauchspeicherdrüse etwas vormacht, das nicht da ist und die deshalb trotzdem Insulin ausschüttet, was zu einem Mordshunger führt. Nicht umsonst wird Süßstoff in der Tierproduktion im Mastfutter verwendet.

 

Schokoladenfreunde steigen daher oft auf die weniger süße Variante um, auf die zartbittere Schoki. Hat man erst einmal die Kurve gekriegt, vom Zucker weg zu kommen, kann man Milka und Co. nicht mehr essen weil unsere Geschmacksknospen dann wieder bemerken, wie extrem süß sie sind. Und das ist eigentlich gut so.

 

Da bleibt nicht wirklich viel von dem übrig, was wir aus unserer Kinderzeit zu Weihnachten kennen, oder? Die beliebten Dominosteine oder Marzipankartoffeln verlieren definitiv etwas von ihrer Unschuld. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und natürlich darf man an Weihnachten auch ohne schlechtes Gewissen naschen.


Zwischenmenschliches und das Fest der liebe



 

Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind auch ein wichtiges Thema in der Weihnachtszeit und das nicht nur beim Thema Essen. Zu Weihnachten wünschen sich alle Frieden im Innen und Außen und haben so ein romantisches Bild von verschneiten Wäldern und Lichterglanz. "Driving home for christmas"

 

Jedoch sieht die Realität oft leider anders aus. Weil es manchmal eben gar nicht friedlich und harmonisch zugeht, wenn die ganze Familie, vielleicht einmal im Jahr, so geballt aufeinander trifft. Unausgesprochenes, alte Konflikte und oft einfach gegenseitiges Missverständnis, können die ersehnte Weihnachtsharmonie sprengen. Die Erwartung an das Fest ist meist zu idealistisch hochgeschraubt.

Ich frage mich dann immer, warum soll ausgerechnet an Weihnachten alles anders sein als im ganzen Jahr?

 

Bleibt nur auf den Weihnachtsmann zu hoffen, an den auch keiner mehr glaubt. Und die Geschenke, die vielleicht nicht gefallen, machen es auch nicht besser. Man sieht es an den Heerscharen von Menschen, die nach Weihnachten in die Geschäfte stürmen, um ihre Geschenke umzutauschen.

Es könnte auch ganz anders sein. Keine Geschenke, zusammen kochen, was alle mögen, Weihnachtsgeschichten vorlesen, Streitverbot an Weihnachten. Aber, das ist wohl nur so eine Idee von mir. Wie sieht das bei dir so aus und was kannst du machen?

 


Was kann man tun?


Mein Vorschlag ist reduzieren. Auf das Wichtigste reduzieren. Nicht das ganze Haus von oben bis unten putzen. Das musst du nach dem Fest sowieso wieder machen. Weniger Schmuck am Bäumchen sieht sowieso schöner aus. Nicht die ganze Wohnung dekorieren.

 

Muss es wirklich der Weihnachtsbraten für 8 Personen sein oder geht es auch einfacher?

Ich habe das große Familienfestessen abgeschafft. Bei uns gibt es ein richtig schönes Kaffeetrinken und ein gemütliches Abendbrot. Warum? Weil ich es satt hatte, stundenlang in der Küche zu stehen und beim Essen schon gar keinen Appetit mehr zu haben während das Werk mehrerer Stunden innerhalb von Minuten verputzt wurde. Jetzt gibt es ein Abendbrot, das ich vorher in Ruhe und mit Freude vorbereiten kann und dann völlig entspannt auch etwas davon habe.

 

Warum ich das so ausführlich schildere?

 

Meiner Beobachtung nach hängt von der Stimmung, die die Mutter, Ehefrau, Freundin hat, das ganze Gelingen oder das Desaster zu Weihnachten ab. Ist sie erschöpft, abgehetzt und nur noch müde, was soll das werden? Das ist dann eine ganz niedrige Schwingung, die von den Anderen unbewusst aufgegriffen und manchmal sogar extrem verstärkt wird weil sie vielleicht auch nicht gut drauf sind. Daher kommt es, dass manche Familienfeiern dann kein Grund zur Freude sind. Sind alle ausgeruht und gut drauf, kann es fröhlich und entspannt werden.


Geschenkeflut eindämmen


 

 

Weihnachten ist eigentlich das Fest der Liebe und nicht des Konsums, zu dem es leider immer mehr verkommen ist. Die Geschenke werden immer größer, teurer und auch die Erwartungen. Ich bin für kleine Geschenke und mehr für das Verschenken des Wertvollsten, das wir haben – Zeit.

 

Verschenke doch mal deine Zeit!

 

Zeit für reden, Zeit für spielen, Zeit für gemeinsam chillen, Zeit für Spaziergänge, schön Kaffee trinken und Leute schauen, Zeit für reisen usw. Ich bin sicher, dir fällt noch mehr ein. Wir können alles wieder kaufen, das uns verloren geht. Nur unsere Zeit, die eine relativ kurze Lebensspanne auf diesem Planeten bedeutet, die ist unwiederbringlich verloren, wenn sie vergangen ist. Also ist sie das Wertvollste. Wie wäre es mal damit?

 

Schreib mir gerne wie du das siehst. Und nun, einen schönen ersten Advent!

 


„Mehr Spannendes zu diesem Thema findest Du auch im Magazin von The-Coach.Net: https://the-coach.net/“.


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Kommentare: 2
  • #1

    Uwe Kampa (Sonntag, 01 Dezember 2019 14:19)

    Hallo Barbara, hallo zusammen,
    das sind sehr gute Ideen zum Thema "Weihnachten - das Fest der Liebe".
    Bei mir läuft das schon seit einigen Jahren so ab, wie von Dir beschrieben, liebe Barbara !
    Und ich fühle mich sehr gut damit.
    Ich bin (wieder) froh, wenn der
    ganze Spuk wieder vorbei ist.
    Dir, Euch allen eine schöne Zeit, so, wie Ihr es wollt und lieben Gruß
    Uwe

  • #2

    Angelina Bockelbrink (Dienstag, 17 Dezember 2019 22:00)

    Liebe Barbara,
    ich liebe Weihnachten, das war aber nicht immer so. Konsumwahn und der Stress, alles möglichst perfekt zu haben, haben mich früher sehr gestresst.
    Inzwischen haben wir uns von den meisten Erwartungen, die"man" so an Weihnachten hat, gelöst.
    Plätzchen backen wir, ja, immer mal wieder, wenn wir Lust haben, nicht auf Vorrat. Für die Tochter mit möglichst viel Schoko (viel Kakaopulver und Rohrzucker schmeckt besonders schokoladig), für den jüngeren Sohn Vanillekipferl und der ältere Sohn isst eh alles. Alle Plätzchen sind vegan und (teilweise oder vollständig) aus Dinkelvollkornmehl und gleichzeitig super lecker.
    Einmal geht es auf den Weihnachtsmarkt, manchmal zweimal, möglichst auf einen kleinen, beschaulichen und da futtern wir uns dann durch die leckeren Sachen.
    Unser Weihnachtsbaum wohnt unterm Jahr in einem großen Topf im Garten, über Weihnachten eine Woche in unserem Wohnzimmer, und das schon seit drei Jahren (vorher hatten wir keinen Garten).
    An Heiligabend gehen wir in den Wald und schmücken einen Weihnachtsbaum für die Tiere mit ein paar Körnern, Karotten, Äpfeln und Salatblättern.
    Geschenke gibt es nur wenige und auch nur Dinge, die für alle gemeinsam sind, zumindest für die Kinder gemeinsam, z.B. Bastelmaterialien, Gesellschaftsspiele, Wandkalender...
    Eine Gans habe ich ja mein ganzes Leben noch nicht gegessen. Wir essen oft eine Variation an Tapas oder Antipasti und an eine paar Tagen eine Nachspeise, was es sonst eher nicht gibt.
    Die freien Tage nutzen wir um schöne und besondere Dinge zusammen zu machen, wie ins Schwimmbad gehen, Schlittschuhlaufen oder ins Kino gehen. Und natürlich zünden wir oft viele Kerzen an....
    Ich denke nicht, dass irgendjemand etwas vermisst....
    Liebe Grüße,
    Angelina