Das Leben ist kein Fastfoodrestaurant

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Stell dir vor, du bist sehr hungrig und kehrst in ein Restaurant ein.

 

Die nette Kellnerin kommt und fragt dich, was du essen möchtest. Du hast so richtig Kohldampf. Deswegen sagt du ihr „Ich habe sooo einen Hunger, ich will was essen“. Die Kellnerin schaut irritiert und fragt dich noch mal, was du wünschst. Du hast immer noch wahnsinnig Hunger und knurrst sie deshalb an. „Hab ich doch gesagt, ich will was essen.“

 

Die Kellnerin geht erst einmal weiter zum nächsten Gast. Wahrscheinlich brauchst du ja noch ein bisschen, bis du klar hast, was du willst, denkt sie sich.

 

Schade, dass du nicht klar hast, was du willst. Wie soll sie denn wissen, worauf du Appetit hast?


Gibt’s gar nicht, meinst du? Oh doch!


Oh doch. Wie oft „bestellen“ wir beim Universum genauso wie du in diesem Restaurant – ungenau, verschwommen, zu allgemein.

 

o Ich will weniger arbeiten.

 

o Meine Beziehung sollte besser sein.

 

o Ich muss unbedingt abnehmen.

 

Ja, wie genau soll das denn aussehen?

 

Wieviel weniger arbeiten? Stunden, Tage, Menge? Was stimmt an der Beziehung nicht und welche Veränderung genau soll es sein? Geht es um miteinander reden, um die gerechtere Aufteilung der Hausarbeit oder worum sonst? Wieviel willst du abnehmen? 5 Kilo, 20 Kilo oder reichen dir schon 100 Gramm?

 

Und was genau sind die Beweggründe dahinter? Bist du ganz sicher, dass du Veränderung wirklich willst?

 

Bei ungenauen Bestellungen hat die Kellnerin keine Ahnung, was sie dir bringen soll. Genauso ist es mit den Bestellungen, die wir dem Universum oft unbewusst auf die Nase knallen. Es passiert im besten Fall gar nichts - bis wir unsere Wünsche ganz klar und präzise formulieren können.

So, in unserem Fall ist dir gerade klargeworden, dass die Kellnerin dir so nichts bringen wird. Also, fällt dir ein, erst mal die Speisekarte zu verlangen. Wow, steht da viel drauf! Da brauchst du eine Weile, bis du einen Überblick hast. Die Kellnerin steht daneben. Bereit, deine Bestellung nun aufzunehmen.

 

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Nicht und kein


Du gehst mit dem Finger über die Karte, landest beim Fisch und murmelst vor dich hin. „Die Meeresfrüchte nehme ich auf keinen Fall, Fisch geht gar nicht.“ Die Kellnerin, froh darüber, dass es weitergeht, nickt und notiert sich Meeresfrüchte.

 

Warum? Nun, sie ist darauf trainiert, Bestellungen aufzunehmen. Das Wort „nicht“ und „kein“ kommt in ihrem Bewusstsein nicht vor. Sie hört ein Gericht und hat dazu das Bild vom Gericht im Kopf, das sie bringen wird.

 Sie stellt eine Schüssel mit Meeresfrüchten vor dich hin und du bist entsetzt. "Ihh, sowas esse ich nicht!“

 

Wie oft bestellen wir unabsichtlich Dinge durch falsche Formulierungen, laut oder leise?

 

Ø Ich will nicht krank werden.

 

Ø Ich darf nicht naschen, sonst werde ich zu dick.

 

Ø Hoffentlich verliere ich meinen Job nicht.

 

Alles falsche Bestellungen. Die Kellnerin versteht das „nicht“ nicht. Denke dir in diesen Sätzen mal das „nicht“ weg. Was bleibt?

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Konzentriere dich auf das, was du möchtest, nicht auf das, was du nicht möchtest.

 

Ø Die beste Lösung, die sicherste Variante, das günstigste Angebot


Unsicherheit


Weiter in unserem Beispiel.

 

Du bist von den vielen Möglichkeiten so einigermaßen überfordert und bist unschlüssig. Eine Dame am Nachbartisch bemerkt dein Zögern. Sie winkt die Kellnerin herbei und sagt, „Die junge Dame möchte die Brokkoli Pizza. Dich schüttelt es schon bei Gedanken an Brokkoli. Verwirrt schaust du der Kellnerin hinterher, die mit der Brokkoli Pizzabestellung losläuft.

 

Würdest du jemand anderen so für dich bestellen lassen? Nein, sagts du. Hm.

 

Wie oft haben aber schon andere über dich, über deinen Kopf hinweg „bestellt“? Wir geben unsere Macht ab, wenn wir uns unsere Wünsche von anderen Menschen diktieren lassen. Viele unserer Handlungen und Überzeugungen sind fremdbestimmt von Eltern, Freunden, Partnern, Vorgesetzten. Das macht man so, oder das macht man nicht.

 

Das zu erkennen ist sehr wichtig. Wie sind hier, um unserem eigenen Lebensplan zu folgen und nicht den Erwartungen anderer zu entsprechen, die oftmals gar nichts mit unseren eigenen Wünschen zu tun haben.

 

Du bist immer noch im Restaurant und hast jetzt verstanden, dass du eine klare Entscheidung treffen musst, was du willst. Die Brokkolipizza schickst du zurück. Die hast du nicht bestellt. Du entscheidest dich für Chicken wings mit Salat. Die Kellnerin nickt und nimmt deine Bestellung mit in die Küche.

 

Je klarer und präziser wir mit dem sind, was wir wollen, desto treffsicherer ist die Lieferung, in deinem Sinne.

 


auf gutem Wege


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Lass dich bloß nicht verwirren, wenn du deine Entscheidung getroffen hast. Solltest du nämlich ins Grübeln kommen, ob die Spagetti alla arrabiata nicht besser gewesen wären oder vielleicht doch der Kaiserschmarren, dann hältst du die Kellnerin damit wieder zurück. Du musst ja erst noch mal überlegen.

 

Dein Magen knurrt übrigens immer noch.

 

Gibst du widersprüchliche Signale ins Universum, kann nicht geliefert werden. Stell dir vor, du bestellst bei Amazon ein Buch. Ein paar Minuten später storniertst du das und bestellst lieber ein anderes Buch. Auch das stornierst du wieder und bestellst ein Hörbuch…Kannst du dir vorstellen, was in der Logistik passiert? Das Chaos möchtest du nicht sehen.

 

Genauso ist es mit allen „Bestellungen“. Du kannst nicht umziehen wollen und gleichzeitig findest du deine jetzige Wohnung total kuschelig…Du kannst dir nicht ein neues Auto wünschen aber das alte auf keinen Fall loslassen wollen...

 

Erst wenn unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen zusammenpassen, versteht das Universum, wie die Kellnerin, was wir möchten. Eigentlich ganz logisch, oder?

 

So, du hast nun ganz klar, dass die Chicken wings mit Salat das Richtige sind und bestellst das nochmals ganz klar und entschieden. Du bist jetzt ganz zufrieden mit dir und wartest entspannt auf dein Essen. Es dauert eine Weile, aber du hast Zeit und genießt diese Zeit.


Kontrolle abgeben und Dankbarkeit


Du weißt unterdessen, dass du jederzeit etwas Neues bestellen könntest und das ist im Leben auch so. Du bestellst nämlich ununterbrochen, leider meist sehr unbewusst. Das hat dann manchmal „falsche“ Lieferungen zur Folge. Aber ab jetzt weißt du ja, wie du richtig bestellst, damit auch das kommt, was du wirklich willst.

 

Nun musst du nur noch lernen, entspannt auf die Bestellung zu warten.

 

Du hast keinen Einfluss darauf, wie schnell es geht und auf welchen Wegen geliefert wird. Rennst du dreimal in die Küche und fragst nach, wo dein Essen bleibt, wird es garantiert länger dauern. Je mehr du die Kontrolle abgeben kannst, desto reibungsloser und schneller wird geliefert.

 

Das Essen kommt und du bedankst dich herzlich. Es sieht sehr lecker und frisch aus und dein Magen freut sich, endlich etwas essen zu dürfen. Du lächelst der Kellnerin zu und sie schlägt dir für deine Geduld noch gratis eine Nachspeise vor. Schokopudding, hmmm. Das nimmst du dankend an.

 

So ist es im Leben immer.

 

Ist alles korrekt bestellt, ordentlich geliefert und mit Dankbarkeit entgegengenommen worden, gibt es manchmal noch etwas gratis etwas Schönes obendrauf. Umgekehrt gilt das übrigens leider auch. Daher kommt das Sprichwort "ein Unglück kommt selten allein".

 So, und ab jetzt gibst du deine klaren Wünsche ins Universum und freust dich auf die Lieferung :-).

 

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