Weisst du eigentlich, wer du bist?


weißt du, wer du bist und warum?


 

Eines vorweg. Auch, wenn du es vielleicht noch nicht für dich entdeckt hast:

 

Wir alle sind begnadete Wesen, die mit einer schier unerschöpflichen Energie ausgestattet worden sind. Diese Energie gestattet uns, ununterbrochen zu kreieren. Das tun wir auch und zwar Jeder von uns. Wir kreieren unsere Realität, unser Leben und diese Welt. Nur tun wir das leider meistens völlig unbewusst. Diese Fähigkeit des Kreierens wird von den allermeisten Menschen nicht bewusst gelebt, ja, nicht einmal erkannt.

 

Wer sich auf den Weg begibt, sich der wichtigsten Frage des Lebens zu stellen,

„Wer bin ich?“, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit ein Problem.

 


Wer bin ich denn eigentlich?



 foto pixabay

 

Bin ich Frau, Mutter, Kollegin, Tochter, Geliebte, Ehefrau, Fernsehzuschauerin, Leserin, Kundin, Patientin, Single, Lehrer, Ärztin, Autofahrerin, Köchin, Entertainerin, Supermodel, Forscherin, Putzfrau?

 

Das sind alles Rollen, die ich nur temporär einnehmen kann. Beziehungen gehen vielleicht auseinander. Dann bin ich wieder Single. Mein Job kann mir verloren gehen. Dann bin ich was? Keine Ärztin, Lehrerin, Gärtnerin mehr? Arbeitslose? Auch das ist temporär. Genauso wie Mutter. Natürlich bleibe ich die Mutter meiner Kinder. Auch, wenn sie längst erwachsen sind. Ich habe sie ja geboren. Aber der Inhalt dieser Rolle hat sich gravierend verändert.

 

Manche Menschen haben das Gefühl von großem Identitätsverlust, wenn sie Rentner werden. Nach einem langen Arbeitsleben plötzlich nur noch zuhause zu sein, stresst sie. Nicht von ungefähr leben Rentner, vor allem manche Männer, dann manchmal dann nicht mehr lange. Ihnen fehlt, im wahrsten Sinne, gefühlt ihre Identität. Sie haben sich einzig über ihren Beruf, über ihre Arbeit, definiert.

 

Nicht nur die Rente, auch Krankheiten oder Jobverlust wirken dann sehr erschütternd.

 


und, was machen Sie so?


 Spannend ist auch, dass man z.B. auf Partys nicht gefragt wird „Und, wer sind Sie so?“ sondern „Und, was machen Sie so?“. Damit ist die berufliche Identität gemeint. Danach sortieren wir Menschen ein. Schlecht für Menschen, die arbeitslos oder einfach ohne Beschäftigung sind. Sie werden oft misstrauisch oder mitleidig beäugt.

 

Aber ist der Mensch sein Beruf?

 

Noch dazu im Jobzeitalter, wo die „Jobs“ dauernd wechseln? Und ist die eine Tätigkeit weniger wert als andere? Ist eine Rechtsanwältin mehr wert als eine Verkäuferin? Kinder großziehen, alte Menschen pflegen, putzen sind Tätigkeiten, die kaum jemand erwähnt, auf die Frage „und, was machen Sie so? Das erfährt (noch) keine kollektive Wertschätzung.

 

Vielleicht erinnerst du dich an den tollen Werbespot, in dem eine Frau in einer Bewerbungssituation ganz selbstbewusst sagt, sie leite ein kleines Unternehmen und meint ihre Familie damit. Wie recht sie hat und wie wenig die Gesellschaft dies würdigt.

 


veränderung in sicht



 Foto pixabay

 

Es gibt zunehmend immer mehr Menschen, die einfach nicht mehr in das Schema passen, das wir seit 200 Jahren mehrheitlich kultivieren.

Die Überzeugung ist kollektiv zementiert, dass Jeder arbeiten muss,  um zu (über-)leben und das lange und hart. Davon hängen schließlich Ansehen und Selbstwert ab. Schon Martin Luther hat gegen „Das Übel des Müßigganges“ gewettert.

 

Wer sagt denn eigentlich, dass man jeden Tag in der Woche, 8 Stunden arbeiten muss? Geht das nicht auch anders? Modelle, wie das sehr gut gehen kann, gibt es inzwischen viele.

 

Für das Private bleibt in der heutigen Arbeitswelt wenig Platz und Zeit. Deshalb gibt es ja dann auch solche hilflosen Versuche wie „Work-Life-Balance“ Seminare und Bücher, um wenigstens auf diese Weise einen Ausgleich zu finden. Aber ist Work nicht auch Life? Die meisten Menschen verbringen doch den größten Teil des Tages bei ihrer Arbeit.

 

Dass solche Versuche künstlich sind und nicht nachhaltig helfen, sieht man sehr deutlich an den stetig gestiegenen psychosomatischen Krankheiten bei Arbeitnehmern. Dazu gibt es bei den Krankenkassen inzwischen Unmengen von Statistiken und Studien.

 

Burnouts und Boreouts nehmen dramatisch zu.

 

Überforderung und Sinnlosigkeit sind die Ursachen. Menschen brauchen das Gefühl von Sinnhaftigkeit. Nicht, von Zeit absitzen. Die meisten Menschen wünschen sich, mehr Sinnvolles zu tun. Dinge herzustellen, die niemand wirklich braucht, macht auf Dauer sehr unzufrieden. Am schlimmsten sind alle Sorten von Büroberufen, bei denen es nicht auffallen würde, wenn es sie nicht gäbe.

 


arbeit als das maß aller dinge?


 

Wohl deshalb arbeiten besonders Schreibtischarbeiter auffällig oft gerne in ihrer Freizeit mit den Händen. Reparieren Autos, bauen Regale, wühlen in der Erde im Garten, backen, kochen opulente Gerichte oder machen Sport. Das alles ist endlich selbstbestimmt und man sieht Resultate.

 

Im Büro wird oft noch zu viel für den Papierkorb oder für das geduldige Ordnergrab gearbeitet. Das mach niemanden wirklich glücklich. Wir passen uns Strukturen an, die ungesund sind und uns jeglicher Kreativität berauben. Das eigentlich Schöpferische drückt sich meist nur noch im Schummeln bei der Steuererklärung und beim heimlichen Surfen in der Arbeitszeit aus.

 

Dazu kommen die persönlichen und kollektiven Konditionierungen, die jeder Einzelne hat, die wie Fußfesseln wirken. Sie verhindern leider, dass man überhaupt ernsthaft und konkret in Betracht zieht, da endlich raus zu gehen und andere Formen eines selbstbestimmten Lebens zu kreieren. Meistens wird eher kollektiv darüber gejammert, wie ätzend die Arbeit ist, wie schlimm die Kollegen sind, dass man gemobbt wird, der Chef ein Armleuchter ist und schon die Fahrt zur Arbeit ein Albtraum, weil man jeden Tag ewig im Stau steht.

 

Das hat so ein bisschen etwas von Ameisenleben. Kennst du vielleicht noch das Lied von Peter Maffay in "Tabaluga" über die Ameisen? Der Text ist nachdenkenswert.

Beruf und Arbeit als das Maß aller Dinge.

 

Wieviel wunderbare Kreativität verkümmert dabei?


was tun?



 Foto pixaby

 

Erfreulicherweise setzt bei immer mehr Menschen ein Umdenkprozess ein.

 

Nicht mehr alle sind bereit, die Spielregeln des Kapitalismus zu befolgen, die uns ins feste Arbeitsschema pressen. Vor allem die ganz Jungen kann man nicht mehr unbedingt mit einem Dienst-BMW und hohem Gehalt ködern. Ihnen ist oft wichtiger, dass sie Freizeit für ihre persönliche Entfaltung, die Freunde und ihre Familie haben. Das lässt hoffen.

 

Für sie ist eine bezahlte Arbeit, eine 80 Stundenwoche und eine Karriere nicht mehr das Erstrebenswerte.

 

Ihnen liegt viel mehr daran, frei zu sein und selbstbestimmt zu leben. Nicht um Erlaubnis fragen zu müssen, wie sie ihre Zeit einteilen „dürfen“. Dafür nehmen sie auch in Kauf, dass sie keinen Porsche fahren werden, keine große Villa abbezahlen müssen und keine Zweitwohnung auf Mallorca haben.

 

Dafür sind sie aber aus dem Hamsterrad ausgestiegen, das Angestellte haben, die 5 Tage die Woche  jede Woche mindestens 8 Stunden arbeiten. Oft noch mit unbezhlten Überstunden dazu. Die brav fragen müssen, wenn sie mal einen Tag frei haben wollen.

Die auch nicht gehen dürfen, wenn die Arbeit vor der Zeit fertig ist. Die sich schon Monate vorher, wie verrückt auf den Urlaub freuen, weil sie da endlich wieder einmal sie selbst sein dürfen. Drei Wochen, in denen sie frei über ihre Zeit verfügen können. Das ist irgendwie fast wie Freigang im Strafvollzug.

 

Mit Recht fragst du jetzt vielleicht, ja, wie soll das denn gehen, ohne Arbeitsverhältnis? Schließlich musst du von was leben und hast Verpflichtungen zu erfüllen.

 

Du könntest dir Alternativen ansehen. Das Internet ist voll davon, wie Menschen gute, lebenswerte Lösungen für sich finden. Dazu braucht es eine Entscheidung und etwas Mut.

 

Oder, du könntest die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens unterstützen. Es ist bewiesen, dass das zu finanzieren geht. Das Gegenargument, dass dann alle nur noch faul rumsitzen würden, ist längst widerlegt. Studien haben es ausführlich untersucht und es gibt interessante Pilotprojekte in verschiedenen Ländern dazu.

 

Auch in Deutschland gibt es so eine Initiative. (siehe unten)

 

Also nichts mit Faulenzertum fördern.

 

Im Gegenteil, würde uns so viel freigesetzte Energie und blühendes Erfindertum spürbar vorwärtsbringen können. Menschen könnten entsprechend ihrer Fähigkeiten und Veranlagungen das tun, was sie wirklich befriedigt und glücklich macht. Ohne, dass sie befürchten müssten, ihre Existenz zu verlieren. Diese Grundsicherung ist an keine Bedingungen geknüpft. Anders als z.B. jetzt Hartz IV, wo jegliches Engagement schon damit unterdrückt wird, dass das dazuverdiente Geld gleich wieder verrechnet wird und damit größtenteils weg ist. So verhindert man treffsicher Eigeninitiative und Engagement.

 

Ich bin überzeugt, dass dann auch die schmerzlich fehlenden Pflegekräfte in Altenheimen, Grünanlagen, in der Kinderbetreuung kein Thema mehr wären. Einfach, weil Menschen anderen Menschen gerne helfen. Wenn es sinnvoll ist und wenn sie es nicht tun müssen um zu überleben.  Und, wenn sie nicht zu unterirdischen Gehältern arbeiten müssen, sondern entspannt und aus Überzeugung und Freude.

 


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Um noch einmal auf die Eingangsfrage zurückzukommen, „wer bin ich?“


 

Wenn ich alle, oben erwähnten, Rollen weglasse, bleibt nur noch die Essenz:

 

Ich bin ein spirituelles Wesen, das auf dieser Erde eine Erfahrung als Mensch macht. Ich bin reine Energie und diese Energie ist unsterblich. Ich habe das Privileg erhalten, hier zu dieser spannenden Zeit des Wechsels und der Veränderung auf der Erde zu sein, um mitzugestalten und zu schöpfen.

 

Das ist meine Macht.

 

Und bei dir ist das genauso.

 

Also, lass uns die Welt verändern. Fangen wir damit bei uns selbst an!

 


Weiterlesen:

 

 

 Robert Wringham

Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung

 

 

Hier findest du Infos zum bedingungslosen Grundeinkommen

Bedingungsloses Grundeinkommen

 

So kannst du selbst etwas tun

https://www.mein-grundeinkommen.de/

 

Peter Maffay "Tabaluga" Ameisensongtext