Wie sag ich´s nur?

und, was machen Sie so?


Ich bin sicher, du kennst das.

 

Menschen treffen sich bei Seminaren, auf Tagungen, auf Kongressen, auf Partys, lernen sich neu kennen. Man findet sich sympathisch und ist schnell beim smalltalk. Und dann kommt sie, die eine Frage:

 

Und, was machen Sie so?

 

Damit beginnt das Dilemma.

 

Alle, deren Berufsbezeichnung nicht gerade Bäcker, Mauer, Zahnärztin, Friseurin oder Kinderärztin ist, haben oft ein Problem damit, anderen Menschen einfach und anschaulich verständlich zu machen, womit sie ihre Brötchen verdienen, ohne einen Vortrag zu halten. Neue Berufsbezeichnungen sind dazu oftmals etwas kryptisch.

Oder kannst du auf Anhieb sagen, was ein Changemanager wohl tut?

 

So, in einem Satz? Ohne einen ganzen Vortrag zu halten?

 


elevator was?


 

Findige Menschen haben dafür den sogenannten Elevator pitch erfunden. Die Idee kommt, man ahnt es, aus Amerika.

 

Der Elevator pitch ist eine Zusammenfassung, die in einem Satz die Essenz wiedergeben soll , was man beruflich macht. Er soll so spannend sein, dass es den Zuhörer neugierig auf mehr machen soll. Elevator pitch heißt es, weil man im Fahrstuhl nur ein paar Minuten Zeit hat, seinen Gesprächsparter darüber zu informieren, was man macht. Gut, die Häuser sind in New York einfach höher. 3 Minuten hast du dafür Zeit. Bei Bankgesprächen kann das ganz nützlich sein.

 

Leider klappt das  bei normaler zwischenmenschlicher Kommunikation eher nicht.

 

Zumal er, der Pitch, irgendwie falsch verstanden wurde und alle es nun nachplappern oder manche es in Ausbildungen anderen beibringen, wie es angeblich zu sein hat. Mit dem Ergebnis, dass meist gestelzte Endlossätze entstehen, die man auswendig lernt, bei Bedarf runter rasselt und im Ernstfall meistens sowieso nicht mehr zusammen bekommt.

 

So hört man z.B. oft "ich bin in die Gründerin von... Sehr unsexy, wie ich finde.

 


aus dem Leben


 

Dazu die folgende Situation aus meinem Leben, die wirklich mal so stattgefunden hat.

 

Bis vor kurzem war ich noch der Meinung, ich hätte es ganz klar, was ich beruflich mache. Dann war da dieses zwanglose Treffen und die nette Architektin erzählte begeistert von sich und ihrer Arbeit. Bunte Bilder von Häusern entstanden dabei in meinem Kopf. Und dann fragte sie mich.

 

" ...und, was machen Sie so beruflich?"

 

Ich merkte, wie mir heiß wurde und sich in meinem Kopf Sätze, meine Elevator pitches, zu formieren begannen, die alle gleich wieder verworfen wurden, weil ich die Reaktion darauf schon kenne.

 

Sätze wie:

 

Ich: "Ich arbeite energetisch."

 

Sie:   Ach, interessant, Sie arbeiten in einem technischen Beruf, etwas mit Energieerzeugung?

 

Nö. "Ich mache Energetische Unternehmensberatung."

 

Ach so, sie beraten Unternehmen zum Stromverbrauch.

 

Das ist es auch nicht.

 

Oje, also noch ein Versuch.

 

"Ich berate und unterstütze soloselbständige Frauen, deren Business nicht so recht läuft oder das viel besser laufen könnte und mehr Umsatz bringen soll.

 

Aha, Schweigen. Also, Sie machen Bilanzen und stellen Businesspläne auf und so?

 

Wieder daneben. Ich versuchs noch mal.

 

"Ich arbeite mit den UnternehmerInnen auf der energetischen Ebene und löse dort Blockaden und Widerstände auf, die ihnen den Erfolg so schwer machen"

 

Aha, das ist was E s o t e r i s c h e s, nicht wahr?

 

Stöööhn, nein.

 

Den fragenden Blick meiner Gesprächspartnerin vor Augen, zog sich mein Schweigen nun schon ein wenig hin und wurde langsam peinlich. Ich hätte auch sagen können:

 

 "Ich berate soloselbständige Frauen, die mit Freude vorwärts kommen möchten und arbeite dabei mit energetischem innovativem Werkzeug. Das geht sehr schnell und ist hocheffektiv."

 

Ich sah schon den, mir bekannten, glasigen Blick meiner Gesprächspartnerin vor meinem geistigen Auge.

 

Klar, ich könnte auch einfach sagen, dass ich Coach bin. Aber das ist heutzutage so dermaßen überstrapaziert, langweilig und sich wirklich etwas darunter vorstellen, kann auch niemand.  Das alles geht mir also sekundenschnell durch den Kopf.

 


es geht auch anders


 

Also haue ich den Elevator pitch und alle seine Varianten spontan in die Tonne.

 Ich hole ich tief Luft und fange ganz anders an.

 

"Sie kennen doch bestimmt auch eine Frau, die  selbstständig ist, die klug, engagiert und mit Herzblut dabei ist . Eine, die sehr fleissig ist und trotzdem einfach nicht auf einen grünen Zweig kommt?"

 

Mein Gegenüber nickt und sieht neugierig aus.

 

"Also, sage ich. Ich bin sozusagen eine Impulsgeberin, eine Knotenauflöserin dafür, damit es besser läuft. Ich bin damit eine Unternehmensberaterin der innovativen Art.

Ich finde die Antworten auf die Frage "Warum läuft es nicht" und helfe dabei, das zu ändern"

 

Ach, sagt sie. Und, wie machen Sie das?

 

Ich suche und finde die Ursachen dafür auf der unbewussten Ebene. Dort sind nämlich meist die Boykotteure, die man nicht sehen kann, die aber sehr wirkungsvoll dafür sorgen, dass es klemmt. Betriebswirtschaftliche Zahlen sind für mich erst mal uninteressant"

 

Mein Gegenüber ist nun wirklich interessiert und will mehr wissen.

 

Ich erkläre an einem konkreten Beispiel, wie das aussehen kann und schon sind wir mitten im Gespräch - ganz einfach. Ich staune.

 

Aber das Business ist nur die Hälfte. Die andere Hälfte ist das Arbeiten an privaten Themen. Dazu erkläre ich ihr, dass ich auch alle anderen Verwicklungen und Störungen so bearbeiten kann. Beziehungsprobleme, Geldsorgen, gesundheitliche und Selbstwertthemen. Alles hängt mit allem zusammen.

 

Sie schaut ein wenig skeptisch, aber das kenne ich ja schon...

 

Ich habe ihr ganz einfach, ohne "pitch", erklärt, was ich mache und damit konnte sie etwas anfangen. Und nur darauf kommt es an. Es ist mir gelungen, dass sie interessiert mehr wissen wollte. Darauf kommt es an.

 

Mehr dazu, wie es funktioniert,  kannst du in meinem 12 wöchigen Kurs "Verliebe dich täglich neu in dein Business" lernen.

 


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